Montag, 31. Oktober 2011

Was macht man in Tasmanien bei Regen?

Den Titel wurde bewusst so gewählt und auf die Floskel "schlechtes Wetter" verzichtet. Denn das schlechte Wetter müsste man dann doch genauer definieren.
Wir haben herausgefunden, dass zwischen Regen und Schauer auch unter den Einheimischen eine gewisse Diskrepanz herrscht. So ist für die einen Niederschlag von < 5min Schauer, für die
anderen liegt die Schmerzgrenze bei 1h und noch weitere reden von ein paar wenigen Stunden. Dann gibt es noch diese die von Schauer sprechen, wenn der Niederschlag zwischendurch mal (kurz) aussetzt, so wie wir dies am Tage des Schreibens dieses Beitrags erleben durften.

Wir haben aufgrund Zeitüberfluss ein bisschem im Informationsbüro eines 2000 Seelen Ortes rumgeschlendert und nach einer kurzen Konversation mit der Touristenfachfrau die Frage gestellt, was man an solchen Tagen wie heute machen können.

Die Antwort war:
- Im Regenwald 30min zu einem Wasserfall laufen (natürlich im Regenwald regnet es ja sowieso)
- in den Dünen spazierengehen
Also nicht mehrstündige Wanderungen wie bei gutem Wetter sondern einfach nur 1h. ;-)

Wir haben uns dann für ein Cafe entschieden und (wegen fehlendem Internet und ohne WiFi) einfach ein bisschen den Nachmittag genossen und die feinen Desserts in der Vitrine angeschaut (natürlich sind wir der Versuchung nicht erlegen).

Dienstag, 25. Oktober 2011

Tasmanischer Teufel

Quasi ein Pflichtbeitrag. Wenn man Tasmanien hört dann ist der Teufel nicht weit. So wurden wir bereits in der Schweiz sehr oft auf dieses Tier angesprochen.
Und ja, wir haben ihn gehört, gesehen und gerochen. Wobei man das gerochen nicht näher definieren muss.

Gehört haben wir ihn zum ersten mal mitten in der Nacht auf einem Campground in einem der vielen Nationalparks Tasmaniens. Schlafgetrunken sind wir aber unbekümmert wieder eingeschlafen und haben erst am nächsten morgen realisiert, dass dies für uns der erste Tasmanische Teufel gewesen sein muss.
Geweckt von der Neugier haben wir uns am nächsten Tag in eine Teufel Auffangstation begeben und uns ein lebendes Exemplar angeschaut. Wäre das Gesicht ein bisschen netter, hätten wir beinahe ein solches Exemplar als Haustier mitgenommen.
Abgeschreckt hat uns dann auch die Fütterung und das Wissen um die durchbissenen Unterarme der Wärter.




Americas Cup: NZ vs SUI

Seit Alinghi protzt die Schweiz mit dem Namen Segelnation. Auch wenn diese Tage nun schon seit geraumer Zeit der Vergangenheit angehören, wollte Alan nochmals beweisen, dass dies nur Dank neuseeländischer Hilfe überhaupt so weit kam. Dank der Hilfe von André und einem Segelturn auf dem Bodensee waren wir zumindest keine vollkommenen Greenhorns betreffend Segeln.
Der Wettkampf fand in einer gut geschützten Bucht bei bestem Wetter in der Nähe von Hobart statt. Als Etappenziel der Reise wurde die idyllische Bruny Island gewählt. Neuseeland war vertreten von Alan und Mischling Mathilda; die Schweiz ging mit Gross und Klein Schweizer ins Rennen.
SUI kann kein Boot zur Verfügung stellen darum wird auf dem Trimaran von NZ gesegelt - NZ 1, SUI 0.
NZ bringt alle Beteiligten mit einem kleinen Beiboot trocken und sicher an Board - NZ 2, SUI 0.
Wegen zu wenig Wind wird der Battle unterbrochen und mit dem Motor wird das Schiff in Richtung Wind gebracht - keine weiteren Punkte.
Auf halbem Weg werden die Segel gehievt, weil der Motor den Geist aufgibt. Die Segelkünste bei wenig Wind ist ein eindeutiger Punktgewinn für NZ - NZ 3, SUI 0.
Dennoch wird der Motor kurzerhand repariert - NZ 4, SUI 0.
Trotz Vorkenntnis reichen die Segelkünste der Schweizer auch bei stärkerem Wind nicht aus - NZ 5, SUI 0.
Verpflegung: Die Schweiz hat 3 Brote gestrichen und Äpfel und Wasser mitgenommen, erster Punktgewinn für die Schweiz - NZ 5, SUI 1.
NZ kontert umgehend und zieht aus dem Rucksack Irish Coffee und Bier - NZ 6, SUI 1.
Wagemutiges entfernen von Algen bei voller Fahrt - NZ 7, SUI 1.
Landemanöver am Sandstrand mit vereinten Kräften, kein Punktgewinn.
NZ-Beharrlichkeit ermöglich in einem geschlossenen Kaffee eine Erfrischung - NZ 8, SUI 1.
Schweizer Finanzkraft entschädigt den Kaffeebetreiber - NZ 8, SUI 2.
Gross Schweizers Einsatz und Genauigkeit beim Unterwasser-Schiffsputz am Stand - NZ 8, SUI 3.
Sichere Rückfahrt mit klaren Vorteilen für NZ - NZ 9, SUI 3.
Beim Beladen des kleinen Beiboots durch Klein Schweizer löst sich das ungenügend befestigte Beiboot vom Segelboot, Punktverlust und beinahe Schwimmversuch im eiskalten Wasser für SUI - NZ 9, SUI 2.
Durch gekonntes Wenden am engen Anlegeplatz bringt NZ das Beiboot wieder zum Segelschiff, NZ 10, SUI 2.

Alles in allem ein klarer Sieg für Neuseeland aber der Ausflug hat riesig Spass gemacht.

Und seit ein paar Tagen sind die Neuseeländer (All blacks) auch die Könige im Rugby.




Hi Tassie

Die Leute vom Festland behaupten, dass die Tasmanier 2 Köpfe haben, welches mit der Inzucht zu tun haben soll. Es soll sogar entsprechende T-Shirt im Handel geben. Die Antwort der Tasmanier darauf ist: Wenn wir nach Australien gehen, haben wir wenigstens ein Gesprächspartner mit dem man vernünftig reden kann.
Diese Sätze zeigen, dass sich die Tasmanier bewusst nicht als Aussies sondern als Tassies bezeichnen.

Die Tasmanier haben uns hervorragend empfangen. Wir sind in einem herzigen kleinen Backpacker gelandet mit einem sehr freundlichen Besitzer.
Kurz vor unserer Abreise haben wir von Bekannten die Adresse einer ausgewanderten Schweizerin bekommen, welche wir auch kontaktierten. Bereits vor dem Treffen hat sie uns angeboten, dass wir bei ihnen eine Basis einrichten können und ihr Mann hatte gerade noch einen Autodeal, den wir dann gerne annahmen.
Wir haben also 20 Minuten südlich von Hobart ein kleines Zuhause bei Claudia und Alan mit eigenem Bad und kleiner Stube. Der Hund wurde auch bereits beim ersten Treffen mit einem Knochen bestochen, so dass auch er uns jeweils herzlich empfängt.
Die vielen guten und nützlichen Tipps haben uns bei der Planung der Reise sehr unterstützt.
Ausgerüstet mit einem Zelt, Stühlen uns einem Kühltruhe-Tisch machten wir uns mit dem alten weissen Toyota auf den Weg in Richtung Abenteuer.

Hier in Tasmanien gibt es in der technischen Ausrichtung gewisse Einschränkungen für Reisende. So kommt man nur schwierig zu Internet, und dies kann bis zu 20$ die Stunde kosten. WiFi ist sogar zum Teil unbekannt. Natürlich ist auch die Natel-Empfangsabdeckung bei einer so kleinen Bevölkerungsdichte nur spärlich.



Samstag, 22. Oktober 2011

Blau-grün-grau blüht der Enzian

Nein wir sind hier unten noch nicht gaga wie vielleicht der Titel dieses Beitrags zu vermitteln versucht. Hier in Tasmanien kriegt man blaue Lippen von der kalten Luft, in unseren Schuhen wächst grünes Moos und der Himmel hat bereits jegliche Grautöne angenommen welche die weibliche Bevölkerung zu deklarieren weiss. ;-)
Dies könnten durchaus Zeilen aus einem Reiseblog von Tasmanien sein. Es könnte aber auch lauten: Tasmanien mit den wunderbaren Stränden mit glasklarem blauem Wasser, die grünen saftigen Wiesen und Wälder, welche Tieren wie Wallabies, Kangaroos, Tasmanischem Teufel Nahrung und/oder Unterschlupf bieten und die alles andere als graue Pracht der vielen Vogelarten.
Und der Enzian steht für gewisse Ähnlichkeiten zur Schweiz, welche nicht von der Hand zu weisen ist.
Ja - wir sind in Tasmanien angekommen. Aber macht euch ein eigenes Bild.



Freitag, 21. Oktober 2011

Blumps oder fliegende Koalas

Eines haben wir bereits in den ersten Wochen in Australien gelernt. Koalas besitzen nicht eine ausreichende Kenntnis über die Festigkeitslehre.
Bei einem kurzen Buschwalk konnten wir verschiedene Koalas auf den Bäumen beobachten, als plötzlich eine Mutter mit ihrem schon eher grossen Kind aus ca. 10 Meter fällt. Der Ast auf dem sie versuchte ein paar Eukalypthus-Blätter zu ergattern hat einfach ihr Gewicht nicht ausgehalten und sie sind regelrecht auf den Boden gedonnert.
Glücklicherweise konnten die Mutter nach einer kurzen Verschnaufspause ohne sichtbaren Verletzungen wieder den nächsten Baum erklettern. Der Schock muss jedoch tief gesessen haben, liess sie sich doch ungestört fotografieren und ruhte sich nach jedem erklettertem Meter ein paar Minuten aus.
Übrigens sind von Bäumen fallende Koalas auch die häufigsten Gründe für die Koala-Verkehrstote. Zudem wir ein Koala Weibchen mit Nachwuchs (dieser wird ca. 2 Jahre getragen und gefüttert) gerne von Männchen in einem Baum abgedrängt, bis sie runter fällt und möglichst das Kind verliert. Ein Koala-Weibchen ohne Kind wäre nämlich wieder geschlechtsreif. Man(n) muss sich einfach zu helfen wissen ;-)

Noch eine kleine Bemerkung am Rande.
Eine wahre Geschichte vom Bimbi Caravan Park. Eine europäische Familie rennt bei Dämmerung ganz erschrocken und zerstört aus dem Wald und schreit um Hilfe. Auf die Frage des Parkbesitzers warum so eilig antwortet die Gruppe, dass sie soeben Wildschweine im Wald begegnet sind. Der Gruppe wird erklärt, dass es in Australien keine Wildschweine gibt, was diese jedoch nicht sichtlich beruhigt, da sie überzeugt ist, welche gehört zu haben.
Zurück im Wald zeigt Frank vom Bimbi Park die Ursache des Geschreis und die Familie wird Zeuge eines Territorialkampfes zweier Koala Männchen.
Tatsächlich ähnelt ihr Geschrei dem eines Wildschweins und ist am Abend oft zu hören.



Montag, 17. Oktober 2011

GOR, GOW oder einfach GOC

Nein, die Titel Buchstaben sind keine Zutaten für ein Lied der Fanta-4. Mehr bedeuten sie für uns eine abwechslunsgreiche und geniale Zeit im Westen von Melbourne.
Gemeint ist dabei die Great Ocean Coast, die Great Ocean Road und der Great Ocean Walk, alles an der Great Ocean Coast einer der eindrücklichsten und abwechslungsreichsten Küstenabschnitten der grossen Insel Australiens.
Mit einem weiteren Auto, welches wir über Holiday Autos (sehr zu empfehlen) gebucht haben, sind wir der GOR entlang zur Basis unserer 5-tägigen Wanderung über knapp 100km gefahren. Im Bimbi Caravan Park haben wir ein grosszügiges Cottage mit eigener Küche, Aufenthaltsraum, Terrasse und gemütlichem Schlafzimmer bezogen.
Jeden Morgen hat uns ein Fahrer zum Ziel begleitet, wo wir unser Auto abgestellt haben und sind zusammen mit dem Tagesrucksack an den Ausgangspunkt der Tagesetappe gefahren worden. Dieser Form war für uns Luxus-Wandern.
Bei den Besitzer des Cravan-Parks müssen wir sympatisch erschienen sein oder ziemlich ausgehungert ausgesehen haben, denn für den zweiten Tag haben sie uns zu selbstgemachten Pizzas im selbstgemachten Holzofen eingeladen.

Die Wanderung war trotz all dem Luxus noch gebührend anstrengend. Dank grösseren Schlammpartien, butterweichem Sandstrand und teils starkem Wind musste für einen Schritt jeweils der mehrfache normale Energiebedarf aufgewendet werden. Dazu kam starker Regen am 4ten Tag. Gemixt mit starkem Seitenwind blieb auch die Unterhose nicht von den Wassermassen verschohnt. Nach 10 Sekunden Überirdisch-Vollgas-Quer-VonDerSeite-Regen wäre man bei einem Vollbad mit den gleichen Klamotten nicht mehr nasser geworden und 10 Sekunden reichen leider nicht mal um die Regenhosen anzuziehen.
Mit gutem Gefühl und geschockt über die Touristenmassen bei den 12 Aposteln haben wir die Rückreise nach Melbourne unter die Räder genommen.





Hi Aussies, how is it going?

Nach einem langen und entspannenden Flug über Singapore mit Singapore Airline (nur zu empfehlen) sind wir müde aber glücklich in Melbourne angekommen. Ein kurzes How is it going an der Hotel Reception und ab ins Bett.

Der Moment ist gekommen um unsere letzte Reise-Etappe auf unserer Inseltour in Angriff zu nehmen. Leider sind auch schon mehr als die Hälfte unserer Ferien vorbei :-( aber es wartet glücklicherweise immer noch die Hälfte ;-).

Melbourne war angesagt, eine Schmucke Metropole im Süden Australiens. In dieser Stadt ist man absolut entspannungsgefährdet. Hübsche Parks, ein schmucker Federation Square und gemütliche Kaffees am Yarra haben uns 3 Tage verwöhnt. Und dann noch diese Aussies ...

Schon auf der Reise nach Singapore hat uns unsere sehr freundliche Sitznachbarin mit Informationen für unseren Aufenthalt im 5ten Kontinent vollgetextet. Wir haben möglichst alles aufgesaugt und als dann ihr Mann mit uns erbarmen hatte und seine Frau besänftigte, hatten wir auch schon eine Übernachtungsmöglichkeit in Perth, wenn es in Tasmanien dann doch zu kalt würde.
Weiter sassen wir mit einem Stadtplan in einem Kaffee in Melbourne als uns unsere Nachbarin gefragt hat, ob sie uns ein paar Tipps für die Stadt geben dürfe. Alles Tipps die besser sind als jeder Reiseführer.

Von allen Seiten hören wir oft: We know you are on budget, but ...
Nur warum wecken wir den Anschein der Budget Traveller? Sind wir bereits so verwarlost? Sind unsere Geruchsausdünstigungen sehr unangenehm? Sehen wir so erfolgslos aus? Oder ist es einfach unser so junges Aussehen?
Wir konnten diese Behauptungen noch nicht be- oder entkräftigen, aber vor allem für gross Schweizer ist es eindeutig die letzte Aussage.



Samstag, 15. Oktober 2011

Hallo zurück und Rückblick Irland

So, es sind nun einige Wochen vergangen seit dem letzten Eintrag in diesem Blog.
In der Zwischenzeit sind wir schon wieder in Australien und die Zeit rennt.

Dennoch möchten klein und gross Schweizer noch eine kleine Rückblende über Irland machen.
Waren es doch 2.5 Wochen mit höchst abwechselndem Wetter, ca. 2600km und vielen Erlebnissen.

Zu diesen Erlebnissen gehört sicherlich auch die irländische Küche - für uns ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Oder was wird erwartet wenn man eine Lasagne bestellt - gross Schweizers Lieblingsgericht? Es war schon ein bisschen verwunderlich, dass da noch ein Salat dabei war, dass aber auch Pommes dazugehört war die grösste Überraschung (es waren sogar mehr Pommes als Lasagne). Oder zu einem Steak wird Pommes und Kartoffelstock serviert.
Der Fisch den wir gegessen haben - ja beide - war richtig gut. Zurück im B&B wurde jeweils das Aussehen und der deutsche Namen des verspiesenen Schwimmers gesucht, da uns die englischen Fischnamen nicht so geläufig waren und wir uns deshalb erfolgeich auf Experimente einliesen.

Gewöhnungsbedürftig war auch das Autofahren - auf der anderen Strassenseite - und die dazugehörigen Änderungen. Alles ein bisschen anders, glücklicherweise stimmte Kupplung, Bremse und Gaspedal mit den eigenen Gewohnheiten überein.
Auch im Strassenverkehr gab es ein paar Horizonterweiterungen. Lichtsignal im 3-spurigen Kreisverkehr, 100km/h Geschwindigkeitsbegrenzung vor Kreisverkehr, Parken am Strassenrand damit der fliessende Verkehr den Wohlfühlbereich verlassen muss um durchzufahren, "Warnblinker und Lichthupe" wenn schnelleren Autos den Vortritt gelassen wird als "danke und gerngeschehen" ...
Nicht nur der Fahrer musste sich umgewöhnen, auch der Beifahrer hatte einen anstrengenden Job, so musste doch immer wieder kommentiert werden, wie nahe man wieder an der Steinwand vorbeigefahren ist. Müssen die Irländer oft eine Steinmauer oder eine Baumallee direkt an den Strassenrand pflanzen.

Alles in allem haben wir diese Zeit in Irland sehr genossen. Die Leute waren deutlich offener als in Island und wir hatten durch Empfehlungen wunderbare und grösszügige B&B's für die Übernachtung. Die Landschaft war sehr grün und wir haben die historischen Bauten und Geschichten genossen.